Ganz allein stand heute die ÖVP Frauenchefin Rauch-Kallat am Podium und sprach von der wichtigsten frauenpolitischen Forderung der ÖVP Frauen. Und welch Verwunderung - die ÖVP Frauen fordern wieder einmal die steuerliche Absetzbarkeit von Haushaltshilfen. Und ich sehe förmlich das Treffen von Chanel-Kostümen und Perlenketten, die sich das ausgedacht haben. Neben der Diskussion über die Schwierigkeit, gutes Personal zu bekommen, wird eben dann gleich über die steuerliche Absetzbarkeit von selbigen diskutiert. Nicht mit uns SPÖ Frauen. Vor allem dann nicht, wenn zentrale frauenpolitische Forderungen wie zum Beispiel die nach einer Steuergutschrift für niedrige Einkommen von der ÖVP abgelehnt werden.
Auf die Frage eines Journalisten was eine Frau mit wenig oder gar keinem Verdienst absetzen soll, antwortete Rauch-Kallat in bürgerlicher Zufriedenheit und Arroganz, dass jene Frauen eh nichts für den Kindergarten zahlen und außerdem gar keinen Platz für Haushaltshilfen haben. Und es zeigt sich wieder einmal, dass die ÖVP Politik für Perlenketten und Chanel-Kostüme macht, arrogant über jene hinwegschaut, die Entlastung und Hilfe am notwendigsten brauchen. Amüsiert hat mich dann aber doch, dass zumindest Frau Rauch-Kallat die SP-Forderung nach einer Frauenquote in Aufsichtsräten fordert - wie wohl ich nicht glaube, dass das die Perlenketten mit den Lederhosen akkordiert haben.



Bettina Stadlbauer
schreibt am 2008-08-20 09:35:52