Ich hab den Langen Flug über Istanbul hierher genutzt, um mir in allerlei Positionspapiere zur UN-Klimakonferenz durchzulesen.
Die härteste Nuss werden auf jeden Fall die USA sein. Ich hab mich letzte Woche mit zwei Vertretern der US-amerikanischen Botschaft in Wien zum Thema Post-Kyoto getroffen und sie erwartungsgemäß nicht davon überzeugen können, dass es ohne verbindliche Klimaziele nach 2012 nicht gehen wird. Sie setzen auf Technologie und Fortschritt und glauben, so alle Probleme in den Griff bekommen zu können.
Nur: hat uns nicht genau diese Technologiegläubigkeit, die Überzeugung, dass man mit modernen Mitteln eh alles wieder reparieren wird können, genau dorthin gebracht, wo wir jetzt stehen? Wo sich herausstellt, dass der Reparaturmöglichkeit der Erde sehr enge Grenzen gesetzt sind? Das fatale an der Klimapolitik der USA ist, dass sie auch versuchen, andere Industrieländer missionarisch von ihrer Position zu überzeugen. Bleibt zu hoffen, dass das eintritt, was einige US-Abgeordnete prophezeien: dass mit einem Regierungswechsel die bisherige Klimapositionen nicht mehr haltbar sein werden und es zu einem ähnlichen Paradigmenwechsel kommen wird wie in Australien nach der linken Wende.
Abgesehen von Positionspapieren hab ich auch angefangen, mich mit dem Regelwerk der internationalen Umweltpolitik auseinanderzusetzen. Weit über die Klimafrage hinaus: mit dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2002, mit dem Stockholmer Abkommen über anhaltende organische Verschmutzungen, mit der internationalen Forstpolitik, dem Walfang, dem Rückgang der Biodiversität und vielen anderen Themen, die natürlich alle miteinander in Zusammenhang stehen.
Eine spannende Geschichte, die weit über die heimische und europäische Umweltpolitik hinaus geht und das Thema in den vernetzten Kontext stellt, in den es gehört und eng mit meinem zweiten politischen Schwerpunkt verwoben ist, der Entwicklungspolitik.
Gegen 22.00 Uhr sollte ich in Denpasar landen und hoffe, dass ich dann noch einige Delegationsmitglieder treffe, die mich über die neuesten Entwicklungen informieren können.
Download: Buchtipp: Handbuch Globale Umweltpolitik



Petra "Penny" Bayr
schreibt am 2007-12-11 10:40:56