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Junge Römer

Vor 50 Jahren wurden die Römer Verträge unterzeichnet und damit die europäische Gemeinschaft ins Leben gerufen. Die Generation der "Jungen Römer" lebt selbstverständlich in der Europäischen Identität. Mit der Aktion "Junge Römer 07" soll die EU von morgen in einem breiten offenen Prozess diskutiert werden - Europa 2.0. http://www.jungeroemer.spoe.at/anfang.php Junge Römer

Tislima minn Malta!

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2007-04-08 14:47:29

Das heißt soviel wie "einen Gruß aus Malta". Und den schicke ich nachträglich, war doch eine Malta-Woche der Grund für meine Abwesenheit beim Junge-Römer-Auftakt mit Schieder, Nahles und Landau. Es freut mich, dass es eine so erfolgreiche Veranstaltung war - und das lässt ja auch zuversichtlich auf die Junge-Römer-Diskussionen blicken.

Ein kurzer Überblick zum jungen EU-Mitgliedsstaat Malta. Neben den augenfälligen Dingen (mit 400.000 Einwohnern und einer Fläche wie Wien ohne Transdanubien sehr klein, im EU-25-Vergleich sehr arm, sehr katholisch, der Einfluss der britischen Verwaltung bis Mitte der 1970er überall spürbar usw. ) gibt es auch ein paar Dinge mehr, die berichtenswert sind. Am vordergründigsten ist für mich das Fehlen von etwas: Umweltpolitik und gezielte Raumordnung. Was Umweltpolitik betrifft, ließen sich Seiten füllen: Eine uralte, schlecht gesicherte und riesige Deponie, die bei ungünstigem Wind über die ganze Insel stinkt zum Beispiel oder die sehr zaghafte Mülltrennung sind nur zwei Beispiele. Was ich mit Raumordnung meine: Die kleine Insel (bzw. Inseln, denn Gozo und Comino gehören auch zum Staat Malta) wirkt doch sehr zersiedelt, wirklich große zusammenhängende freie Flächen gibt es kaum, böse Zungen bezeichnen Malta daher als "Stadt mit ein paar Buchten dran". Dem kann ich nicht zustimmen. Es ist schön, und neben neolithischen Tempelanlagen, großartigen befestigten mittelalterlichen Städten, riesigen Kathedralen voll mit Dührer oder auch Carravaggio gibt es auch viele schöne Küsten und Fischerdörfer zu bewundern. Aber zurück zur Politik: Natürlich kann man von einem Land, dass so arm ist wie Malta nicht erwarten, soviel in Umwelttechnologie zu investieren wie es ein mitteleuropäischer Staat kann. Aber das ganze hat schon auch mit Politik zu tun: Malta ist von der konservativen Partit Nazzionalista (PN) regiert (die mit fast 52% die letzten Wahlen gewonnen hat - die Sozialisten halten bei fast 48%) - und viele Dinge sind klar die Folge konservativer Politik: Wer eine Niedrigsteuerpolitik fährt, um Investoren anzulocken, hat halt nicht mehr so viel Geld in der Staatskasse, um eine sinnvolle und zeitgemäße Müllentsorgung zu finanzieren (ich habe mich mit einem Mitarbeiter einer österreichischen Firma unterhalten, der gesagt hat, dass sie durch eine Holdingkonstruktion gerade mal 5% steuern zahlen in Malta...).

Trotzdem ist die politische Welt nicht ganz so schwarz-weiß. So war es die PN, die den EU-Beitritt forciert hat. Und die Malta Labour Party hat, nachdem sie unter ihrem Chef Dom Mintov die erste Regierung nach der Unabhängigkeit von den Briten gestellt hat, sehr dubiose Partnerschaften mit Gaddafi gepflegt und nicht wirklich der lupenreinen Rechtstaatlichkeit gefrönt. Nun ja, Dom Mintov ist abgewählt, aber noch immer der reichste Mann Maltas....

Zu guter letzt noch eine kleine Malta-Wien-Verbindung: Der maltesische Flughafen gehört zu einem beträchtlichen Teil vom Flughafen Wien-Schwechat...

Link: http://www.wutzlhofer.net

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