
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Wiener Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch konnte ich heute wieder einmal deutlich machen, wie wichtig die Verlängerung der Bundes-Mittel für den Ausbau der Kinderbetreuung über das Jahr 2010 hinaus wäre. Denn jeder Euro, der in Kinderbetreuung investiert wird, hat einen dreifachen Effekt. Erstens haben die Kinder etwas davon, zweitens haben Mütter und Väter etwas davon und drittens wirkt es sich auch auf die Wirtschaft positiv aus. Jeder Euro, den wir in die Kinderbetreuung investieren, kommt doppelt zurück. Das heißt, 15 Millionen Investitionen im Jahr bringen volkswirtschaftlich 30 Millionen.
Dass ich mit der Forderung nicht alleine bin, macht mich für die Verhandlungen im Herbst auch zuversichtlich. Denn vor kurzem haben alle 9 Bundesländer einstimmig beschlossen, dass das Ausbau der Kinderbetreuung auch über das Jahr 2010 hinaus weitergehen solle. Und auch die Sozialpartner und die Industriellenvereinigung fordern den Ausbau der Kinderbetreuung.
Trotz des Sparkurses sollte also frisches Geld durch den Bund für die kommenden 3 Jahre in die Hand genommen werden – einfach deshalb, weil diese Investitionen auch ökonomisch Sinn machen. Falls dies mit dem Koalitionspartner nicht zu vereinbaren ist, könnte ein WIFO-Vorschlag zur Gegenfinanzierung aufgegriffen werden: Die Umschichtung des Alleinverdienerabsetzbetrags für Paare, die keine Kinder (mehr) betreuen, in Richtung Kinderbetreuung wäre da eine gute Möglichkeit. Härtefälle müssten selbstverständlich ausgenommen werden.
Damit die Bundesländer in Zukunft beim Ausbau schneller vorankommen, sollte die Bundesförderung zusätzlich zu den bestehenden Kriterien auch für die Errichtung von Betreuungseinrichtungen und für die Ausbildung der PädagogInnen verwendet werden. Denn so könnten Engpässe bei der Ausbildung vermieden werden. Da schlage ich vor, dass man sich das Wiener Modell der Kurzausbildungen für KindergartenpädagogInnen als Vorbild nimmt, und auch solche Ausbildungen künftig aus der Anstoßfinanzierung des Bundes bezahlen kann.



Gabriele Heinisch-Hosek
schreibt am 2010-08-11 14:22:35