
Heute Vormittag konnte ich erstmals nach 15 Jahren wieder den 4. österreichischen Frauenbericht präsentieren. Auf seinen rund 550 Seiten zeigt sich sehr deutlich, dass Frauen so gut ausgebildet sind, dass sie so viel arbeiten wie nie zuvor und, dass es leichter geworden ist, Beruf und Familie unter einen Hut bekommen. Das sind erfreuliche Tendenzen.
Gleichzeitig gibt es einen wunden Punkt in diesem Bericht: Nämlich dass die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern größer und nicht kleiner geworden sind. Das ist eine Schande und damit sind wir fast Schlusslicht in Europa. In diesem Bereich ist der Gegenwind nicht ein Lüfterl, sondern oft ein Sturm, der uns stark entgegen bläst. Und dieser Gegenwind ist im Frauenbericht eindrucksvoll dokumentiert – ganz egal, ob es die gesamtösterreichischen Frauen oder die Frauen im ländlichen Raum bzw. Frauen mit Migrationshintergrund betrifft. Die letzen zwei Gruppen hebe ich deswegen hervor, weil wir in diesem Frauenbericht nun erstmalig die Lebenssituation von Frauen am Land und Migrantinnen in eigenen Kapiteln betrachten.
Der neue Frauenbericht ist ein Werk aus Statistiken und Analysen, die den Blick dafür schärfen sollen, wo Österreich heute steht, wo es weiter Nachholbedarf gibt und wo sich neue Herausforderungen stellen – ob wir auf dem richtigen Weg sind. Machen Sie sich selber ein Bild – den ganzen Bericht gibt es hier zum nachlesen:
http://www.frauen.bka.gv.at/site/7207/default.aspx

Gabriele Heinisch-Hosek
schreibt am 2010-05-28 13:50:56