Heute fand im historischen Stizungssaal des Parlaments die alljährliche Gedenkveranstaltung gegen Gewalt und Rassismus statt. Der Schwerpunkt lag heuer auf einem Projekt von oberösterreichischen SchülerInnen und Lehrlingen der ÖBB zur "Mühlviertler Hasenjagd". Dabei setzten sich die Jugendlichen mit der Frage des Warum ebenso auseinander wie mit dem Phänomen von Solidarität aber auch Verrat.
Gastredner war Dr. Wladyslaw Bartoszewski, ehemaliger Außenminister Polens und Überlebender des KZ Auschwitz. Der 88jährige erinnerte in seiner eindrücklichen Rede daran, dass es auch wichtig sei, sich an jene zu erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismuses weggeschaut haben, denn "Gleichgültigkeit ist die größte Sünde", so Bartoszewski.
Bartoszewski erinnerte daran, dass Gedenkveranstaltung anlässlich der Befreiung der NS-Konzentrationslager keine Feste der Freude sein können, wenn man das "Werk der Bestien" aus "Leichenbergen und Menschenasche" vor Augen habe. Vielmehr müssten uns solche Gedenken "mit Angst und Schrecken erfüllen" und das sei auch richtig so, denn in diesen Momenten leihen wir den Toten "unsere Münder, damit sie aus dem Jenseits ihre Stimmen erheben können". Er mahnte nicht zu vergessen, denn das Vergessen sei eine kulturelle und politische Gefahr und wünschte dem Menschen des 21. Jahrhunderts ein reines Gewissen; "ein reines Gewissen, das es ohne Wahrheit aber nicht gibt."



Petra "Penny" Bayr
schreibt am 2010-05-05 16:28:41