Der heute veröffentlichte Bericht des Rechnungshofes über die Unternehmungen und Einrichtungen im Bereich der öffentlichen Wirtschaft zeigt klar auf: 16,1 Prozent aller Aufsichtsräte und 11,6 Prozent aller Vorstände in Betrieben der öffentlichen Wirtschaft sind Frauen. Das ist besser als in den Jahren davor, aber weit entfernt von 40 Prozent. Damit werden Betriebe in öffentlicher Hand deutlich mehr von Frauen gelenkt als in der Privatwirtschaft.
Staatsnahe Betriebe haben fast doppelt so viele Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen wie die Privatwirtschaft. Das ist der richtige Weg. Aber zum Stolz sein gibt es für mich wirklich keinen Grund. Wir müssen die Anstrengungen verstärken, um der Privatwirtschaft mit gutem Beispiel voranzugehen. Man wird nicht daran vorbeikommen, eine verpflichtende Quote einzuführen. Denn ohne eine Verpflichtung wird man nur sehr langsam vorankommen. Und das ist wirtschaftlich unvernünftig. Denn wie EU-Studien belegen, bedeuten mehr Frauen an der Spitze auch ein höheres und nachhaltigeres Wirtschaftswachstum (http://www.se2009.eu/polopoly_fs/1.17994!menu/standard/file/EUstudie_sidvis.pdf ).
Es ist sehr erfreulich, dass der Rechnungshof die Anregung aufgegriffen hat, den Anteil von Frauen und Männern in den Aufsichtsräten und Vorständen auszuweisen. Denn mehr Transparenz bringt mehr Information. Und das wird uns sicher in der Debatte um mehr Frauen in Führungspositionen weiterbringen.
Link zum Bericht: http://www.rechnungshof.gv.at/berichte/ansicht/detail/einkommensbericht-2009.html

Gabriele Heinisch-Hosek
schreibt am 2009-12-15 14:52:12