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FotoBlog siegi.net

Die Kamera ist im Alltagsleben nicht immer dabei, ich werde dennoch versuchen, halbwegs regelmäßig diesen Blog mit Fotos zu füllen - und diese zu kommentieren. Die Blogeinträge können - müssen aber nicht - mit der offiziellen Meinung der SPÖ übereinstimmen. Meine Website http://www.lindenmayr.spoe.at/

Welt Aidstag

Siegi Lindenmayr schreibt am 2009-12-01 10:03:09

Aidsschleife am Rathaus

Das Motto des 22. Internationalen Welt-AIDS-Tages lautet "Universal Access and Human Rights". Damit soll darauf hingewiesen werden, dass der globale Kampf gegen HIV/AIDS nur erfolgreich sein kann, wenn alle Menschen Zugang zu Prävention, Behandlung und Medikamenten haben und die Menschenrechte respektiert werden.


Im Jahr 2008 haben sich weltweit 2,7 Millionen Menschen mit dem Humanen Immunschwächevirus (HIV) angesteckt. Allerdings ist in den letzten Jahren sowohl die Zahl der HIV-Neuinfektionen (- 17%) als auch die Zahl der AIDS-Todesfälle (- 5%) gesunken, berichten die Vereinten Nationen. Von den 60 Millionen Menschen, die sich bisher mit HIV infiziert haben leben heute noch etwa 33,4 Millionen.


HIV/AIDS in Österreich


In Österreich wird es im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr vermutlich wieder einen leichten Anstieg (+ 5%) der neudiagnostizierten HIV-Infektionen geben. Dennis Beck, Obmann der Aids Hilfe Wien: "Hochgerechnet auf das ganze Jahr sind 2009 in Wien ca. 297 HIV-Neuinfektionen, also um etwa 24 mehr als im Vorjahr, und österreichweit ca. 523 HIV-Neuinfektionen, also um 18 mehr als 2008, zu erwarten."


"Hinter jeder Statistik zu HIV und AIDS stehen Schicksale und Lebensgeschichten. HIV und AIDS sind für die betroffenen Menschen massive persönliche Einschnitte in die Lebensqualität - und leider auch oft Geschichten von langen Leidenswegen. Daher ist es gesundheitspolitisch wichtig, HIV und AIDS zu thematisieren und bei jeder Gelegenheit die Notwendigkeit von safer sex zu betonen", so die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely. Weiter: "Safer sex ist kein Spielverderb. Safer sex ist ein Bekenntnis zu Lebensqualität."


"Soziales AIDS"


Die Diagnose "HIV positiv" ändert das Leben der Betroffenen, auch wenn HIV/AIDS heute behandelbar ist. Denn behandelbar bedeutet nicht heilbar und HIV-positive Menschen werden nach wie vor häufig diskriminiert. Wehsely ist von der zentralen Wichtigkeit des Kampfes gegen das "soziale AIDS" überzeugt: "Jahrzehnte lang ist bekannt, wie man sich anstecken kann - und wie nicht. Das Wissen darüber hat aber das Stigma HIV oder AIDS noch nicht beseitigt. Haltung besiegt Stigmatisierung, nicht bloßes Wissen."


Wiltrut Stefanek, Gründerin der Selbsthilfegruppe "PULSHIV", Mitbegründerin des Netzwerkes "Frauen und AIDS" und seit 1996 HIV-positiv, bestätigt ebenfalls, dass immer noch überängstlich, manchmal sogar hysterisch reagiert wird. "Die einzige Chance, Vorurteile in der Gesellschaft abzubauen und offen mit der HIV-Infektion umgehen zu können, ist es, klare Forderungen aufzustellen", ist Stefanek überzeugt. Gefordert werden unter anderem ein bundesweites Antidiskriminierungsgesetz, das ein Verbot der Diskriminierung auf Grund von HIV einschließt, sowie gesetzliche Regelungen für den Arbeitsbereich.


Vor allem durch den Verlust des Arbeitsplatzes geraten viele Betroffene in einen Teufelskreis von Schwierigkeiten. Beck: "Einer der Hauptaufgabenbereiche der Aids Hilfe Wien ist die sozialarbeiterische Betreuung HIV-infizierter Menschen und deren Angehöriger. Im Jahr 2008 wurden von den SozialarbeiterInnen im Aids Hilfe Haus 1.133 Beratungsgespräche mit 279 Personen geführt. Viele unsere KlientInnen haben finanzielle Probleme. Rund ein Drittel bezieht kein Einkommen oder eines unter € 710,--, ein weiteres Drittel hat ein monatliches Einkommen zwischen € 710,-- und € 900,--.


HIV-Schnelltest, Syphilis- und Hepatitis-Screening


Seit 1985 kann man sich bei der Aids Hilfe in Wien anonym und kostenlos auf HIV testen lassen. Seit dem Sommer wird im Aids Hilfe Haus nun - ebenfalls anonym - ein HIV-Schnelltest angeboten (Preis: € 26,--). Personen, die sich für diesen entscheiden, bekommen ihr Testergebnis am gleichen Tag zurück, sofern es negativ ist. Liegt allerdings ein reaktives Ergebnis vor, muss auf ein endgültiges Resultat länger gewartet werden, denn ein solches reicht nicht aus, um zu beurteilen, ob eine HIV-Infektion vorliegt. Es muss eine weitere Blutprobe entnommen und für Bestätigungstests ins Labor geschickt werden.


"Die Wartezeit bis zur endgültigen Klärung, ob nun tatsächlich eine Infektion mit HIV vorliegt oder nicht, kann für die betroffenen Personen verständlicher Weise sehr belastend sein", erklärt Philipp Dirnberger, MSc, Geschäftsführer der Aids Hilfe Wien und betont daher: "Aus diesem Grund kann der HIV-Schnelltest nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Es ist vorab im Beratungsgespräch zu klären, wie die Person gegebenenfalls mit der Wartezeit umgehen kann."


Im Aids Hilfe Haus wurden von 21. August bis 31. Oktober 2009 190 HIV-Schnelltests durchgeführt. Von diesen erbrachte ein einziger ein reaktives Ergebnis. Der dadurch erforderlich gewordene Labortest zeigte, dass keine Infektion mit HIV vorlag.


Anonym, aber nicht gratis, kann man sich bei der Aids Hilfe Wien auch auf Syphilis und Hepatitis B bzw. C untersuchen lassen. Dirnberger: "Wir wollen die Menschen dadurch verstärkt für das Thema sexuell übertragbare Krankheiten sensibilisieren bzw. ihnen im Falle von Hepatitis B und C die Impfung näher bringen."

Link: http://www.aids.at/index.php?id=38#PKWAT2009

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