
Gestern Abend feierten wir gemeinsam mit hunderten Freundinnen und Freunden, unserem Parteivorsitzenden Bundeskanzler Werner Faymann, meinen Vorgängerinnen Barbara Prammer und Johanna Dohnal und vielen weiteren Ehrengästen 100 Jahre sozialdemokratische Frauenorganisation. Eine gute Gelegenheit wieder einmal auf die wichtigen Errungenschaften der Bewegung zu verweisen. Angefangen vom Wahlrecht für Frauen aus dem Jahr 1918 (erste Wahl 1919), das heute für uns so selbstverständlich ist, über die Fristenregelung und die Familienrechtsreform aus dem Jahr 1975 bis hin zum Gewaltschutzgesetz von 1997 (das heuer mit dem Gewaltschutzgesetz II eine verbesserte Nachfolge fand) ist vieles erst auf Druck der sozialdemokratischen Frauen passiert. Wir sind schon sehr weit gekommen. Aber damit wir tatsächlich die Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft erreichen, liegt noch ein Stück des Weges vor uns.
Jetzt müssen wir das Thema Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt angehen.
Die Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt ist wirtschaftspolitische Notwendigkeit. Wenn es gelingt, dass mehr Frauen Vollzeit arbeiten und mehr Frauen in Führungspositionen sind, dann wird Österreich ein deutlich höheres Wirtschaftswachstum haben. Daher ist es ökonomisch dumm, auf das Potential von Frauen in unserem Land zu verzichten.
Da bin ich für eine Quote in der Privatwirtschaft. Und eine Quotenregelung in der Privatwirtschaft ist auch eine wirtschaftspolitische Notwendigkeit. Wenn wir unsere Wirtschaft nach vorne bringen wollen und auch in Zukunft wettbewerbsfähig sein wollen, dann brauchen wir diese Form der Zwangsbeglückung. Denn freiwillig tut sich einfach nichts.
Und wir brauchen auch dringend die Einkommenstransparenz (Mehr Infos dazu in diesem Beitrag: http://www.campa.at/home/blog/showentry/2050 ). Wenn sich die ÖVP jetzt auch für Transparenz ausspricht sage ich: Nützen wir dieses Mondfenster! Und fangen wir an, die himmelschreienden Ungerechtigkeiten bei den Frauen- und Männereinkommen zu beseitigen. Ich appelliere an die ÖVP, den Weg freizumachen, damit Frauen und Männer für die gleiche Arbeit endlich auch das Gleiche bezahlt bekommen. Auch das ist eine wirtschaftspolitische Notwendigkeit.
Und wir müssen uns innerhalb der SPÖ um Nachwuchsförderung kümmern. Denn wenn ich als Frauenvorsitzende abtrete – wann auch immer das sein wird – dann möchte ich, dass zumindest 10 Frauen meine Nachfolge antreten können. Ich will rechtzeitig darauf schauen, dass ich Nachwuchskräfte habe, wenn ich sie brauche.
Zum Schluss: Die gestrige Feier war wirklich ein sehr würdevoller Rahmen, um so einen runden Geburtstag zu begehen. Danke vor allem an mein Team von den SPÖ Frauen. Hier noch ein paar Impressionen:

















Gabriele Heinisch-Hosek
schreibt am 2009-11-06 12:37:21