rauschen im blätterwald. wie in einigen tageszeitungen berichtet, rangieren österreichische unis im aktuellen internationalen ranking der shanghai jiao tong university - hüstel - eher hinten:
//einschub// wow! ich bin einer der glücklichen, der absolvent der absolut besten uni österreichs ist (die uni wien liegt zwischen platz 152 und 200! was für ein wert! jubel!) - trotzdem will sich stolz nicht so recht einstellen...//einschub ende//
zu genau diesem sachverhalt hatte ich am rande der letzten gemeinderatssitzung eine diskussion mit einer kollegin der övp. sie sagte sinngemäß: es sei augenfällig, dass es bei all den spitzenunis studiengebühren und andere studienplatzbeschränkungen gebe, in österreich aber nicht. insofern stellten genau diese zugangsbeschränkungen doch für alle unis den königsweg dar. sooo schön kann studieren in harvard sein...
(ja, das ist harvard, nicht hogwarts)
noch viel augenfälliger ist doch, dass diesen unis einfach mehr ressourcen zur verfügung stehen. und zwar viel mehr. und dass es eben in den USA nicht nur harvard gibt (oder standford, berkeley, das MIT usw.), sondern hunderte unis "für den rest". meine vorstellung von höherer bildung ist das nicht. ich bin überzeugt, dass das humboldtsche system mit der verbindung von forschung und lehre der richtige weg ist. und ich finde auch, dass es gut ist, dass in österreich nicht zwischen "luxus für wenige" und "der rest für den rest" unterschieden wird. das ist nicht zuletzt die errungenschaft sozialdemokratischer politik.
wenn man aber nicht "den rest für alle" möchte, sondern ein gut ausgestattetes universitätswesen, dann kommt man über mehr ressourcen nicht drum rum. die niedrigen akademikerInnenquoten sprechen eine eindeutige sprache in diese richtung. die diversen uni-rankings auch. genau deshalb sind die proteste der studierenden zu unterstützen.
eingangsprüfungen als möglichst hohe hürden sind nichts anderes als ein nadelöhr, durch das eben eine große anzahl zukünftiger akademikerInnen nicht passen kann, sondern nur ein paar. die werden dann oft auch so argumentiert: viele studis wissen einfach nicht, was gut für sie ist und solche prüfungen bieten orientierung, ja, sie verhindern frühzeitig eine falsche studienwahl. (so hats meine övp-kollegin auch gesehen). hmm...warum spricht eigentlich niemand über sinnvolle studieneingangsphasen, die genau diese orientierung bieten sollen???
auch das ist hoffentlich die folge der uni-proteste: dass endlich nicht nur mit der banalen hahn-logik auf wissenschaftspolitische herausforderungen reagiert wird. ob es jetzt uni für alle oder für wenige gibt, die wirklichen probleme auf den unis werden damit nicht gelöst. for those who only know hammers, every problem looks like a nail...
insofern ist das alles hoffentlich erst der beginn einer breiteren auseinandersetzung, und nicht das ende. dass es eineN neueN wissenschaftsministerIn geben wird, ist in dieser hinsicht kein schaden.



Jürgen Wutzlhofer
schreibt am 2009-11-03 12:39:02