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Frauen-Leben

Blog der Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst

gleich=fair: Equal Pay Day - Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?

Gabriele Heinisch-Hosek schreibt am 2009-09-29 17:50:47

Podiumsdiskussion Equal Pay Day

 

 

Der "Equal Pay Day" ist jener Tag im Jahr, von dem an Frauen, statistisch gesehen, bis zum Jahresende gratis arbeiten, während ihre männlichen Arbeitskollegen weiterhin entlohnt werden. Das heißt, ab diesem Tag arbeiten die Frauen in Österreich bis zum Jahresende gratis, während die Männer für ihre Arbeit weiter bezahlt werden. Heuer fiel der Equal Pay Day auf den 27. September und aus diesem Anlass heraus veranstalteten wir gestern, 28. September, eine Podiumsdiskussion Equal Pay Day - Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?" bei mir im Büro der Frauenministerin. Meine MitdiskutantInnen waren ÖGB-Präsident Erich Foglar (www.oegb.at), ÖAAB-Generalsekretärin Beatrix Karl (http://www.oeaab.com/), Autorin Elfriede Hammerl (http://www.elfriedehammerl.com/) und Telekom-Kommunikationschefin Elisabeth Mattes (www.telekom.at)  Falter-Redakteurin Barbara Toth (www.falter.at) moderierte.

 

Das Podium und auch das Publikum garantierte heftige Debatten über die Frage, wie gleicher Lohn für gleiche Arbeit herstellbar sei.  Mein Modell eines ersten Schritts zur Verringerung der Einkommensschere war dazu klar definiert: Wir wollen uns am Modell Schweden orientieren. Die Betriebe müssen dort jährlich Gleichstellungsbilanzen und Gehaltsanalysen in Zusammenarbeit mit den ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen erstellen und daraufhin Frauenförderpläne entwickeln. Damit hat Schweden seinen Diskriminierungsprozentsatz auf sechs Prozent heruntergeschraubt, während Österreich in punkto Gleichbehandlung EU-weit an vorletzter Stelle liegt. Mehr Infos habe ich schon in diesem Blogbeitrag geschrieben: http://campa.at/home/blog/showentry/2057

 

Und auch der ÖGB Präsident Foglar schloss sich meiner Forderung an: Wenn eine Maßnahme wirksam ist, dann sei das Transparenz, denn vielfach wüssten Frauen gar nicht, dass sie weniger verdienen. Drastischer formulierte das die feministische Autorin Elfriede Hammerl: "Entlohnung ist oft ein reiner Willkürakt, die Frauen sind aber trotzdem zufrieden, weil sie nicht wissen, was ihnen eigentlich zusteht." Im Gegenzug dazu meinte die ÖAAB-Generalsekretärin Beatrix Karl als Vertreterin der ÖVP, dass in Österreich bereits eine sehr gute gesetzliche Grundlage existiere, dass man nur sensibilisieren und die vorhandenen Instrumente besser nutzen müsse. Als Vertreterin der Wirtschaft hoffte Elisabeth Mattes, dass die Forderung nach Einkommenstransparenz zur Bewusstseinsbildung beitrage, doch die Rute im Fenster  nicht für alle Betriebe notwendig sei. Frauen müssten umgekehrt auch mehr Selbstbewusstsein zeigen. Dem widersprachen sowohl Frauen im Publikum wie auch Elfriede Hammerl am Podium: Es bedürfe entsprechender Sanktionen, um das bestehende Instrumentarium wirksam zu machen, das Sensibilisieren und Appellieren sei schon zu lange unwirksam.

 

In diesem Sinne will ich bis 2013 für alle Frauen mehr Einkommensgerechtigkeit herstellen.  Daher soll die Einkommenstransparenz im Gleichbehandlungsgesetz verankert werden.

 

 

Podiumsdiskussion Equal Pay Day 2

 

 

 

 

Podiumsdiskussion Equal Pay Day 3

 

 

Podiumsdiskussion Equal Pay Day 4

 

 

Podiumsdiskussion Equal Pay Day 5

 

 

Podiumsdiskussion Equal Pay Day 6








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