diese frage lässt sich stellen, wenn man sich den zustand der wiener sozialdemokratie am beginn der diesjährigen klubtagung (sie wird bis samstag andauern) in rust ansieht. mit großem engagement und vor allen dingen wirklich ambitionierten projekten werden wir hier heute und in den kommenden tagen eine ansage machen. darüber, welche visionen, ziele und projekte wir sozialdemokratInnen für die zukunft haben. dazu gehört auch eine auseinandersetzung mit ökonomie und dem zustand der welt in der krise. hier ist die assoziation zum stand der dinge dann doch pessimistischer als die zur spö.
weil es aber der ultimativ falsche weg wäre, den kopf in den sand zu stecken, steht diese klub-tagung auch massiv im zeichen der auseinandersetzung mit der weltwirtschaftskrise, in der wir stecken.
gerade hat eine diskussion mit hochkarätigem podium begonnen: dr. max otte, professor an der fachhochschule worms und autor des buches "der crash kommt" und einer jener (wenigen), die bereits 2006 diese krise vorhergesehen haben. ddr. regina prehofer, ehemalige bank-austria- und jetzt bawag-vorstandsdirektorin und eine der wenigen managerinnen in österreich. dr. margit schratzenstaller-atzinger vom wifo. dr. heiner fassbeck, staatssekretär im deutschen finanzministerium unter oskar lafontaine, der ja bereits vor jahren regulierungen für den europäischen finanzmarkt gefordert hat. und last, but not least vizebürgermeisterin renate brauner und ak-präsident herbert tumpel.
die große herausforderung unserer zeit, der sich auch die diskutantInnen stellen ist, zugleich krisenfolgen und krisenursachen zu analysieren, denn nur so lassen sich wirksame politische schritte setzen. so, jetzt verlege ich mich wieder aufs gespannte lauschen...



Jürgen Wutzlhofer
schreibt am 2009-02-26 17:04:08
Roman Allmeder
am 2009-02-27 06:00:42
Dass dabei Gewerkschaft und Politik zusahen ist weniger Ihrer Konzilianz zum Kapital zu danken, als mehr ihrer Machtlosigkeit. gegenüber der zu mächtig gewordenen Wirtschaft, die auch den politischen Takt angibt. (manchmal ist es aber doch bloß Konzilianz...)
Hoffen wir, dass Obama es schafft, ausgehend von den Vereinigten Staaten, den Spieß umzudrehen, und zu einer neuen Weltordnung zu führen, in der Kapital nicht nur 10 Prozent der Reichen zusteht, sondern wieder vernünftig verteilt wird.
In Wahrheit ist in Österreich in den letzten fünf Jahren nicht nur der Mittelstand eingebrochen, sondern sind auch die Armen ärmer geworden. Die Krise war also mitnichten unvorhersehbar. Denn wenn die Masse der Menschen nur mehr Strom und Miete bezahlen kann, so werden 10 Prozent "Gstopfte" in der Gesellschaft nicht den Karren aus dem ökonomischen Morast ziehen. Und diese Tendenz ist seit Jahren statistisch nachweisbar.
Freundschaft, Genosse!