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LAPP BLOG 2012

Erfahrungen aus dem Leben einer Abgeordneten. Zusätzlich stelle ich Euch interessante Personen und Tätigkeiten in meinem Umfeld vor. Wenn ihr weiterhin dabei sein wollt, würde es mich freuen - Eure Christine Lapp www.christinelapp.at

Öffentlich, seit 2008-07-23 15:15:02 eröffnet von Christine Lapp

Letzte Änderung: 2012-01-08 12:05:42

Neues Jahr und andere Vorsätze

Christine Lapp schreibt am 2012-01-08 12:35:28

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Neues Jahr und andere Vorsätze

Christine Lapp schreibt am 2012-01-08 12:32:28

Klapperdürrer Kommentar

Christine Lapp schreibt am 2011-05-10 07:07:54

Der Kurier versucht sich in einem Kampf um mehr Pressefreiheit, weil er ökonomisch keine Inserate von den ÖBB bekommen haben soll, sondern diese bei  jenen Zeitungen gelandet sind, die mehr Auflage haben. „Aber jetzt haben wir Dokumente und eindeutige Aussagen…. Der frühere ÖBB-Chef Martin Huber hat über diese Praktiken auch im Rechnungshof Ausschuss des Parlaments berichtet.“ Schreibt  Helmut Brandstätter am 7. Mai 2011. In diesem Kampf für mehr Pressefreiheit, sprich mehr Inserate von den ÖBB für den Kurier wird ein ehemaliger Generaldirektor der ÖBB als integrer Zeuge  für  Pressefreiheit aufgeboten.  Jener Generaldirektor, der zuerst von den mehr als 600 Mio € teuren Spekulationen der ÖBB nichts gewusst haben will und der am Ende seiner Auskunft im Ausschuss darauf hinweist, dass man nur bis 2013 oder 2015 warten hätte sollen, da sich die Finanzmärkte wieder sehr stark erholt hätten und die Zinsspreads wesentlich geringer geworden seien. Jener ehemalige Direktor, der bei Immobilienspekulationen mehr in Netzwerken und weniger in Schienen gedacht hat. Das erinnert an die Odyssee des spanischen Adeligen, der als Mann von La Mancha in die Unterhaltungsgeschichte eingegangen ist und weniger an den Kampf um freie Meinungsäußerung.

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Aufarbeitung von Spekulationsgeschäften

Christine Lapp schreibt am 2011-03-25 07:27:43

Der Unterausschuss des Rechnungshofes beschäftigt sich mit den Spekulationsgeschäften der ÖBB. Dazu waren diese Woche die damals verantwortlichen Manager als Auskunftspersonen im Ausschuss. Der damalige Generaldirektor gibt an, von all dem nichts gewußt zu haben. Nur als er über 600 Mio Spekulationen informiert wurde, hat er sich mit dem Aufsichtsratspräsidenten entschlossen nicht auszusteigen, da ein Verlust von 35 Mio € zu erwarten gewesen wäre und alle übereinstimmend diesen Verlust nicht eingehen wollten. Drei Jahre später drohte ein Gesamtverlust von 600 Mio €, der dann auf 290 Mio € verringert wurde. Zum Schluss der Befragung erklärt uns dieser Manager, den "Sinn" dieser Geschäfte und dass die Hoffnung auf einen (minimalen) Gewinn im Jahre 2013 oder 2015 realistisch war. Die CDO (Credit Default Swap) beinhalten Papiere, die auf Kursschwankungen am Markt reagieren und somit höchst volatil (=flatterhaft) sind. Dass die ÖBB als großes Unternehmen ihr Kerngeschäft und den üblichen Finanztransaktionen im Auge haben sollte, sieht dieser Manager nicht ein. Mit dem Geld von jemand anderem so unverantwortlich umzugehen, ist haarsträubend und beklemmend. Vor allem wenn dann die dafür Verantwortlichen mit Aus- und Schönreden kommen.


Die zweite Auskunftsperson, ehemaliger Finanzvorstand, erklärt ebenfalls, dass er nichts gewußt habe, dass der Mitarbeiter in der ZweiMann-Abteilung diese Geschäfte wahrscheinlich nicht verstanden habe. Die Frage wie eine einzelne Person für mehrere hundert Millionen zeichnen kann, wird sehr ausweichend beantwortet und zumeist auf einen anderen Vorstand geschoben.


Jetzt gelten in den ÖBB klare Regeln, Spekulationen sind verboten und es gibt genaue Codes of Conduct für die Führungsebenen. Die ÖBB wurden umstrukturiert, was eine wichtige organisatorische Maßnahme im Jahr 2009 war. Denn durch die schwarz-blaue Zersplitterung der ÖBB war Undurchschaubarkeit und Ungenauigkeit bei den Führungsebenen Vorschub geleistet, wie die Befragungen bewiesen haben.

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Erweiterung der Prüfkompetenzen des Rechnungshofes

Christine Lapp schreibt am 2010-11-21 15:22:14

Am 17. November 2010 wurde die Erweiterung der Prüfkompetenzen des Rechnungshofes auf Gemeinden unter 20.000 Einwohner im Nationalrat beschlossen. Seit mehr als einem Jahr hat mich das Thema intensiv beschäftigt. Herausgekommen ist ein Kompromiss, dem alle Parteien zugestimmt haben.


Am 1. September 2009 wird eine erste Festlegung zur Erweiterung der Prüfkompetenzen festgesetzt. Das Thema wird von den Grünen und den anderen Oppositionsfraktionen mit dem Amtshilfedurchführungsgesetz, sprich Lockerung des Bankgeheimnisses junktimiert. Begonnen hat die Diskussion im eigenen Klub mit den BürgermeisterInnen, die als erste AnsprechpartnerInnen wertvolle Beiträge haben. Einhelliger Auftrag ist, dass eine Prüfebene wegfallen muss und dass der Rechnungshof alle Gemeinden prüfen soll.


Ein engagierter Landesrechnungshofdirektor unterstellt mir, dass ich die Landesrechnungshöfe abschaffen will und dass ich mich in die Materie einarbeiten solle. Dazu schickt er mir ein Dossier mit 50 Medienartikel, den dazu passenden Gesetzestexten  und in kurzer Verbindung zu einem Journalisten werde ich öffentlich als „Kontrollverweigerin“ dargestellt. Ein daraufhin vereinbartes Gespräch verläuft sehr kultiviert und alle stellen fest, dass wir die gleiche Absicht haben – mehr Kontrolle.


Gemeinden in den Schlagzeilen


Gemeinden gelangen immer häufiger in die Schlagzeilen der Medien, wenn sie sich durch finanzielle Anlageformen an den Rand des Ruins bringen oder wenn sie so intensive Investitionen tätigen, dass sie ebenfalls an der finanziellen Kippe stehen. Die Möglichkeit einer Kontrolle von außen, die überall gleiche Kriterien anlegt, wäre da eine mögliche Prophylaxe. Gemeinden in Österreich werden derzeit sehr intensiv geprüft: Prüfausschuss des Gemeinderates, Kontrollamt / Interne Revision der Gemeindeverwaltung, Gemeindeabteilung der Länder, Landesrechnungshöfe sowie Prüfungen durch Finanzämter und Sozialversicherung  und Bezirkshauptmannschaft (in manchen Bundesländern, z.B. OÖ).


Bei der ÖVP herrscht zu Beginn der Diskussion eine Art Menetekelbeschwörung:  es wurde in den bizarrsten Darstellungen, das Ende der Tätigkeit in den Gemeindestuben prophezeit und auch der offene Widerstand aufgerufen. Dementsprechend zäh und starr ist auch das erste Zusammentreffen der Verfassungssprecher der Regierungsparteien im Beisein der Rechnungshofsprecher und den zuständigen Klubsekretären. Die erste Runde dient dem Austauschen der Positionen.  VP Seite mit starrem Blick und leidender Miene, SP Seite mit dem Auftrag zu verhandeln. Wir bringen also Vorschlag um Vorschlag um Vorschlag und haben dann im Anschluss auch den starren Blick und die leidende Miene…..


Ende September entwickelt unser Verfassungsprofi einen anderen Katalog,  welche Gemeinden zu prüfen seien. Dazu werden Kennzahlen, wie Einwohner, Budget, Verschuldungsquote, Eigenfinanzierungskraft hergenommen und der Gegenseite vorgestellt. Dazwischen gibt es Festlegungen der Landesrechnungshofdirektoren und des Gemeindebundes, die uns gerne und mit Inbrunst attackieren.


Wir stellen den FraktionskollegInnen immer wieder den Stand der Dinge dar. Termine beim Städtebund und bei einzelnen Gemeindevertretern werden absolviert. Das muss man sich so vorstellen: BürgermeisterInnen sind jene Instanz, die vor Ort genau weiß, was die Bevölkerung will und das auch jeden Tag für die Bevölkerung macht und deswegen große Anerkennung besitzt. Da werden VertreterInnen aus anderen politischen  Instanzen  fast so wie früher Hausierer und andere „herumstreunende“ Leute angesehen.  Meine Aufgabe ist es, den Stand der Verhandlungen darzustellen und die mögliche Kompromissvariante zu skizzieren, um herauszufinden, ob der Kompromiss auch für unsere Leute tragbar ist. Dabei betone ich immer wieder meine persönlichen Kontakte bei der Bevölkerung.


Verfassungsblockade


Die Oppositionsparteien haben im ersten Halbjahr 2010 die Blockade bei Verfassungsgesetzen ausgerufen, so dass es keine weiteren Gespräche zu diesem Thema gibt.


Im  März  2010 kommt es dann wieder zu Gesprächen mit der ÖVP  wo sich eine mögliche Variante abzeichnet, dass die Einwohnerzahl herabgesenkt wird, dass die Gemeindeverbände ebenfalls geprüft werden, dass die Landesrechnungshöfe bei den Gemeinden, die unter der festgelegten Einwohnerzahl liegen, prüfen können und dass der Rechnungshof auch auf Antrag zusätzlich in den kleineren Gemeinden prüfen kann.


Im Rechnungshofausschuss wird im April zu diesem Thema zwischen den einzelnen Fraktionen sehr offen und sehr fachlich diskutiert. Dabei gibt es die mögliche Zielvereinbarung, im Herbst eine Entscheidung zu finden.


Am 17. Juni wird zwischen den Verfassungssprechern der Regierungsparteien ein Antrag formuliert und unter der Nummer 1187 A im Protokoll festgehalten. Der Abänderungsantrag zum Antrag 1187 A zielte darauf, dass der Rechnungshof auf Antrag der Landesregierung oder der Landtage kleinere Gemeinden prüfen kann.


Bei einer Runde im Juli zwischen den Regierungs- und OppositionsvertreterInnen wurden die einzelnen Positionen ausgetauscht. Danach kommt es von Seiten des BZÖ zu Signalen, dass durch das BZÖ die verfassungsmäßige Unterstützung gegeben wäre. Das BZÖ beantragt am 21. Oktober einen so genannten Fristsetzungsantrag, der festlegt, dass innerhalb einer vorgesehenen Frist, die Entscheidung getroffen wird. Diesem Antrag stimmen alle Parteien zu, und eine mögliche Beschlussfassung steht im Raum. Die Äußerungen der einzelnen Interessensvertretern wir auch schön konzilianter.


Schlag auf Schlag


Im Unterausschuss des Verfassungsausschusses wird dann auch prompt am 9. November 2010 die Materie abgehandelt, dem Verfassungsausschuss zu geleitet, dort mit den Stimmen der SP/VP und dem BZÖ beschlossen. Die Grünen haben noch einige Vorschläge, honorieren aber das Ergebnis. Und siehe da im Plenum am 17. November stimmen in der 3. Lesung alle Fraktionen  zu.


 

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