"Gratuliere!" und "Super, dass die ÖVP so viel verloren hat!" und "Wie geht es denn jetzt weiter?" höre ich gestern beim Einkaufen am Victor Adler Markt am öftesten. Ich selbst bin leider nie in Feierlaune gekommen, denn dass die ganz rechten Parteien so stark geworden sind, ist für mich immer noch unfassbar. Auch, dass wir im Wahlkreis ein SPÖ-Grundmandat verloren haben, stimmt mich nachdenklich und gibt keinen Grund zur Freude. Einzig, dass wir es - wohl aufgrund unseres wirklich unglaublich intensiven Bezirkswahlkampfes und des riesigen Einsatzes aller FunktionärInnen - geschaft haben, in Favoriten das beste Ergebnis der SPÖ in ganz Wien zu erzielen (und dabei erstmals Simmering überholt haben) lässt ein bisschen die Trauer vergessen.
Wie es weitergehen wird, bewegt mich jetzt natürlich auch. Ich möchte wichtige Themen im Umwelt- und Entwicklungsbereich vorantreiben und dazu ist natürlich die kommende Regierungskonstellation entscheidend. Zu glauben, dass mit Josef Pröll als neuen ÖVP-Chef so etwas einfach ist, wäre naiv. Er ist sicher nicht der, der mit Sympathie zur SPÖ in Regierungsverhandlungen geht, viel zu oft hat er uns in den letzten Monaten versucht über den Tisch zu ziehen und ich behaupte nach wie vor, dass ihm Umwelt-Themen nicht am Herzen liegen.
Nachträglich betrachtet stellt sich ein Plakat als eines mit einem ausgesprochen hohen prophetischen Gehalt dar: Jenes mit Van der Bellen drauf und den Worten: "blockieren? nicht mit mir!" Die Grünen werden in der Tat nichts mehr blockieren, dass sie kleiner geworden sind als das BZÖ, erschreckt mich!