Verkehrsunfälle 2010: Historischer Tiefstand bei der Zahl der Unfälle, Verletzten und Verkehrstoten
Wien, 2011-04-08 – Im Jahr 2010 ereigneten sich laut Statistik Austria auf Österreichs Straßen 35.348 Unfälle, bei denen 45.858 Personen verletzt und 552 getötet wurden. Gegenüber 2009 sind das um 6,8% weniger Unfälle und um 6,7% weniger Verletzte. Die Zahl der Verkehrstoten verringerte sich um 12,8%. Damit wurden bei allen drei Größen die niedrigsten Werte seit Beginn der einheitlich geführten Unfallstatistik im Jahr 1961 verzeichnet.
Längerfristig betrachtet verringerte sich die Zahl der Unfälle und Verletzten in geringerem Ausmaß als jene der Verkehrstoten: Im 10-Jahresvergleich (2001 bis 2010) sank die Zahl der Unfälle und Verletzten um je 18%, jene der Verkehrstoten um 42%.
Verkehrstote sind vor allem Männer: Während 56% aller Verletzten Männer waren, beträgt ihr Anteil an der Zahl der Getöteten 74%, in der Altersklasse der 18- bis 24-Jährigen sogar 84%.
Deutlich weniger Verkehrstote bei Alkoholunfällen
Mit 2.256 Alkoholunfällen (-9,4%) und 3.063 Verletzten (-10,1%) waren die prozentuellen Rückgänge gegenüber 2009 höher als bei den jeweiligen Gesamtzahlen. Mit 33 Verkehrstoten bei Alkoholunfällen betrug das Minus gegenüber dem Jahr davor sogar 28,3% (13 Getötete weniger). Jeder 17. Verkehrstote (6,0% aller Verkehrstoten) war nach offiziellen Zahlen Opfer eines Alkoholunfalles, im Jahr 2009 war es noch jeder 14. Vor rund 30 Jahren kamen zehn Mal so viele Menschen bei Alkoholunfällen ums Leben.
In der Altersklasse der 15- bis 24-Jährigen sank die Zahl der alkoholisierten Unfalllenker um 10%, bei den 19-Jährigen sogar um ein Drittel. Bei den 25- bis 34-Jährigen betrug der Rückgang 19%. Obwohl Alkohol am Steuer nach wie vor ein hauptsächlich männliches Problem ist, steigt der Anteil alkoholisierter Frauen im Straßenverkehr kontinuierlich: Waren vor 20 Jahren 4% aller alkoholisierten unfallbeteiligten Lenker weiblich, sind es mittlerweile bereits 12%.
Um 8% weniger verletzte Kinder, Zahl der getöteten Kinder im Jahr 2010 auf 10 gesunken
Im Jahr 2010 wurden 2.914 Kinder bis zum 14. Lebensjahr im Straßenverkehr verletzt und 10 getötet – im Jahr 2009 waren es 15. Das sind um 268 verletzte Kinder weniger (-8,4%).
41% der verletzten und getöteten Kinder verunglückten in Pkw (1.200), wobei 94% gesichert waren; weitere 26% verunglückten als Fußgänger (748), 18% mit dem Fahrrad (534).
Weniger Unfälle vor allem mit einspurigen Kfz, Radfahrern und Fußgängern
Einfluss auf das Verkehrsaufkommen und damit auf das Unfallgeschehen hat neben vielen anderen Faktoren auch das Wetter, das laut ZAMG im Vorjahr von einem schneereichen Winter 2009/2010, einem verregneten Sommer 2010 und einem kalten Start in den Winter 2010/2011 geprägt war.
Dies spiegelt sich auch in den Daten zur Unfallstatistik 2010 wider: Mit Ausnahme der Monate März, April und November wurden in allen Monaten die seit 1961 niedrigsten Unfallzahlen verzeichnet, wobei die höchsten prozentuellen Rückgänge bei Unfällen mit einspurigen Kfz (7.475, rd. 1.000 weniger oder -12%), Radunfällen (4.882; rd. 600 weniger oder -11%) und Fußgängerunfällen (3.836; rd. 280 weniger oder -7%) auftraten. Die Zahl der Pkw-Unfälle ging hingegen nur um 5% von rund 30.300 auf rund 28.600 zurück.
Weniger Todesopfer gab es bei allen Hauptgruppen von Verkehrsteilnehmern, die Zahl der getöteten Fußgänger blieb jedoch nahezu unverändert.
Unfälle mit schweren Lkw: 4% aller Unfälle forderten 18% aller Verkehrstoten
Unfälle, an denen Lkw über 3,5t (inkl. Sattelkraftfahrzeuge und Tankwagen) beteiligt waren, verliefen 2010 besonders folgenschwer. Es ereigneten sich zwar weniger solcher Unfälle (1.511 Unfälle, -2,3%), bei diesen kamen aber besonders viele Verkehrsteilnehmer ums Leben (101 gegenüber 82 im Jahr 2009, +23,2%). Somit war jeder fünfte Verkehrstote Opfer eines Unfalls, an dem ein schwerer Lkw beteiligt war, auf Autobahnen sogar jeder dritte.
Link: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/verkehr/strasse/unfaelle_mit_personenschaden/index.html